Lust auf Arbeit!

Sonntagabend, die Laune sinkt. Eine neue Arbeitswoche steht bevor – puh, ich habe keine Lust! Der sonntagabendlich sich heranschleichende Frust scheint ein weit verbreitetes Phänomen zu sein. Gut, ein bisschen Unmut, dass das schöne freie Wochenende jetzt vorbei ist, ist ja ok. Aber wenn es wirklich im Magen grummelt und die Gedanken an den morgigen Tag mich bedrücken, dann ist es wohl Zeit etwas zu verändern.

Ich habe Lust auf die Arbeit! Ja, das wäre doch der richte Ausspruch am Sonntagabend.

Aber was braucht es eigentlich, damit Lust und Zufriedenheit dauerhaft im Arbeitsleben spürbar sind? Darüber haben schon viele Psychologen, Personaler, Arbeitswissenschaftler oder auch Arbeitsmediziner geforscht. Und es gibt viele Blickwinkel auf das Thema. Ein ganz entscheidender Punkt ist meines Erachtens das Gefühl von Sinnhaftigkeit – ja ich weiß, das ist ein großes Wort. Dabei meine ich nicht nur die Sinnhaftigkeit auf einer übergeordneten Ebene, wie z.B. Menschen helfen oder die Umwelt retten.

Sinn verstehe ich hier als eine ganz individuelle Angelegenheit. Sinn entsteht zum Beispiel, wenn ich Teil eines Ganzen bin und einen wichtigen Beitrag zur gemeinsamen Aufgabe leiste. Dabei brauche ich natürlich möglichst viel Klarheit darüber, was wir eigentlich miteinander tun und wozu das ganze dient. Wenn ich Aufgaben erfüllen soll, deren Hintergrund und Intention mir nicht klar ist, Aufgaben, deren Zweck ich nicht nachvollziehen kann, dann kommt die Sinnhaftigkeit irgendwann ins Wanken.

Ebenso wichtig ist eine gewisse Autonomie bei der Ausgestaltung der Aufgaben, also genügend Entscheidungsspielraum und Verantwortung für das Ergebnis. Dazu braucht es natürlich eine verbindliche Vorstellung vom Ziel, das es zu erreichen gilt. Aber vor allem braucht es dazu das Vertrauen der Vorgesetzten in die Kompetenz der Mitarbeiter. Wenn ich ständig kontrolliert werde oder Entscheidungen immer wieder verworfen werden, dann lässt der Frust nicht lange auf sich warten.

Und was noch? Anerkennung und Wertschätzung – sowohl von Kollegen als  auch von Vorgesetzten. Natürlich kann ich mir auch jeden Abend selbst auf die Schulter klopfen (und das sollten Sie auch immer wieder tun) – aber ich brauche auch Feedback zu meiner Leistung – und zwar offen, ehrlich und authentisch. (Ein schön formuliertes Lob, das nicht wirklich ernst gemeint ist, nützt mir überhaupt nichts.)

Ach ja… und die guten Beziehungen, die sind natürlich auch noch wichtig. Ein offener und fairer Umgang miteinander. Eine gesunde Auseinandersetzungskultur, so dass man die Dinge auch ansprechen kann, wenn sie krumm liegen. Dass jeder die Möglichkeit hat, seine Erwartungen zu formulieren und damit auf ein offenes Ohr stößt.

Hört sich eigentlich alles gar nicht so schwierig an…oder?!
Vielleicht  fragen wir uns alle mal, was kann ich persönlich dazu beitragen, dass ich und auch meine Kollegen und Vorgesetzten etwas zufriedener sein können an ihrem Arbeitsplatz? Ganz konkret. Gleich morgen!

 

 

 

Kommentare

  • liebe frau keßel,
    durch zufall bin ich auf ihrer seite gelandet und ganz begeistert von ihrem ansatz und ihrer arbeit.

    ich bin künstlerin und mache mich gerade selbständig auf dem gebiet der grafischen begleitung von vorträgen und gruppenprozessen – visual facilitation – , ein weites und sehr spannendes feld.

    ihre seite hat mir sehr gefallen, und ich denke, ich werde einmal einen ihrer vorträge oder eines ihrer seminare besuchen.

    bis dahin,
    ihnen viel glück und erfolg weiterhin,

    claudia brackhagen

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