Multi-Tasking? Single-Tasking!

Lange Zeit war man überzeugt, dass Multitasking eine ganz besondere Methode oder Fähigkeit ist, die es einem ermöglicht, besonders effizient, schnell und vor allem produktiv zu sein. Wer Multitasking kann, schafft in kurzer Zeit unheimlich viel weg. Diese Fähigkeit schrieb oder schreibt man besonders den Frauen zu.

Seit einigen Jahren sieht man das Phänomen Multitasking jedoch eher kritisch. Forschungen bestätigen, dass das Gehirn für die parallele Erledigung von verschiedenen Aufgaben nicht besonders gut geeignet ist. Test haben ergeben, dass die Leistungseinbußen des Gehirns umso größer sind, je mehr Aufgaben zu erledigen sind und je komplexer diese sind. Die Reaktionszeit wird länger und die Fehlerquote steigt. Dies gilt besonders dann, wenn bei der Erledigung der Aufgaben Entscheidungen getroffen werden müssen. Bei der Informationsverarbeitung im Gehirn entsteht dann ein Engpass, ein sog. Flaschenhals. Das kann Leistungseinbußen von bis zu 40% bedeuten (Forschungen an der RWTH Aachen).

Es gibt Menschen, die können jahrelang gut mit Multitasking leben und empfinden eine gesundes und produktives Gefühl, sie haben dadurch keinen besonderen Stressbelastungen. Aber bei vielen Menschen ist es auf Dauer auch anders – die negative Folge von zu viel Multitasking kann Stress sein – ein Gefühl von dauerhaftem „Gehetztsein“. Man fühlt sich ausgelaugt und erschöpft, ständig unter Strom, kann schwer zur Ruhe finden.

Das wiederum kann verschiedene körperliche Stresssymptome hervorrufen: Magenbeschwerden, Herzbeschwerden, Spannungskopfschmerz, Angstzustände, geschwächtes Immunsystem, Schlafstörungen.

Probieren Sie es mal mit etwas weniger Multitasking – machen Sie immer nur eine Sache!

  • Versuchen Sie sich gut es geht auf diese eine Sache zu konzentrieren. Gut ist es, wenn man sich für eine Aufgabe oder Teilaufgabe eine bestimmte Zeit festsetzt. Die Konzentration bleibt in der Regel ca. 20 Minuten stabil, dann ist eine Pause von wenigen Minuten sinnvoll. Sie können sich einen Wecker stellen, das hilft. Danach setzt man fort oder nimmt sich das nächste Aufgabenpaket vor.
  • Üben Sie das auch bei einfachen Dingen: Wenn ich Zähne putze, dann putze ich Zähne…sonst nichts. (Und auch in Gedanken bin ich nur mit dem Zähneputzen beschäftigt :)
  • Halten Sie immer wieder am Tag für kurze Zeit inne – ein paar Momente nach innen lauschen und den Atem spüren.

 

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